Wir. Sind. Sprachlos!

Die Erfolgsgeschichte der LG Osnabrück geht weiter

Osnabrück. - Liebe Leser/-innen unserer Homepage. Der Artikel der LG Osnabrück mit dem Rückblick und der Bilanz des Jahres 2018 muss ausfallen. Nein, nicht mangels Erfolgen. Im Gegenteil! Wir haben keinen Autor gefunden. „Das glaubt uns ja doch keiner“, war der Tenor bei der Suche nach einem Berichterstatter.

Erinnern Sie sich? 2015 hieß es: „Besser denn je“. 2016 war die Rede vom Winter- und Sommermärchen. Das wurde 2017 noch getoppt „Unglaublich, aber wahr!“ Und 2018? Wieder eine Steigerung, neue Superlative, noch mehr Medaillen und Rekorde. Das glaubt uns doch kein Mensch!

Es sei denn – er/sie war dabei. Und das waren in diesem unglaublichen Jahr viele. Bei den Deutschen Meisterschaften der U23 schaffte es die LG-Vereinsflagge bis in den Liveticker, zu auffällig hatte das LG-Team gejubelt. Bei den „großen“ Deutschen in Nürnberg waren fast fünfzig Hasestädter im Max-Morlock-Stadion. Bei der Siegerehrung (mit Osnabrücker Medaillengewinner!) rief die Moderatorin nach unserem Fanclub. Und im Berliner Olympiastadion feierten fast einhundert Osnabrücker mit über 60.000 Gleichgesinnten ein Leichtathletikfest, wie es Deutschland wohl noch nie erlebt hat. Mit einem Hauptdarsteller aus Osnabrück.

Die Stichworte sind gefallen. Und es fehlen noch etliche. Deutsche Hallenmeisterschaften mit der ersten „Männermedaille“ für Fabian. Deutsche Cross-Meisterschaften – mit einer sensationellen Silbermedaille für das Crossteam der U20 (Nils Huhtakangas, Linus Vennemann, Timon Schöning). Und dann der Athletics World Cup in London. Im Olympiastadion von 2012 holt Fabian seine erste internationale Medaille: Bronze mit der deutschen 4 x 400 m-Staffel.

Superlativ reiht sich an Superlativ. Mehr gewünscht? Am Montag, 23. Juli reiben sich die Zeitungsleser in Osnabrück die Augen. Vom Titelbild der Neuen Osnabrücker Zeitung strahlt ihnen Fabian Dammermann entgegen – er hat Bronze bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen, die Norm für die Europameisterschaft in Berlin erfüllt. Nicht wenige werden geglaubt haben, noch im Bett zu liegen, zu träumen.

Dass was ganz Besonderes vor sich gegangen ist, bestätigt sich drei Wochen später. Was Millionen Zuschauer am Fernsehschirm sehen, erfahren die Osnabrücker an allen Bushaltestellen per Laufband auf den Leuchttafeln: Fabian Dammermann steht mit der deutschen 4 x 400 m-Staffel im Finale der Europameisterschaften. Am Tag danach werden über 60.000 Zuschauer im Stadion, in der Spitze über sechs Millionen an den deutschen Fernsehschirmen und 20, 25 oder gar 30 Millionen in ganz Europa Zeuge, wie Fabian das deutsche Nationaltrikot um das blaue Oval des Berliner Stadions trägt.

Eigentlich könnte spätestens an dieser Stelle Schluss sein. Genug der Erfolge, Medaillen, Platzierungen. Unsere Athleten sahen das anders. Noch nicht erwähnt: DM-Silber über 4 x 400 m der männlichen Jugend U20. Deutsche Jahresbestzeit bei der Landesmeisterschaft, die man im Vorlauf der DM noch einmal steigert. Im Finale dann dem haushohen Favoriten, den „Unschlagbaren“ aus der Kaderschmiede im Osten, Potsdam, einen großen Kampf geliefert.

Ein Herzschlagfinale auch bei der U23-DM über 4 x 400 m. Startläufer Adrian Düring muss verletzt etwas abreißen lassen – und bietet damit dem Team die Chance zu einer grandiosen Aufholjagd. Finn Stuckenberg und Felix Hasselmann machen Meter für Meter gut, Schlussläufer Fabian Dammermann fliegt förmlich ins Ziel – und verpasst Silber um nur eine Hundertstelsekunde. 

Mitgezählt? 6, ein Worten sechs DM-Medaillen – ansonsten die Gesamt-Osnabrücker Ausbeute eines Jahrzehnts. Eine internationale Medaille für einen Leichtathleten mit Osnabrücker Vereinstrikot – gab es letztmals 1934. Starts in der A-Nationalmannschaft – findet man in der Rückschau zuletzt 1988, vor 30 Jahren.

Ab hier folgt das, was in „normalen“ Jahren, vor 2015, Hauptinhalt war. Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften, Titel auf norddeutscher und niedersächsischer Ebene. Das „Brot und Butter“-Geschäft sozusagen, was allerdings schon etwas despektierlich klingt. Finn Stuckenberg stürmt über 400 m der U20 zu DM-Platz sechs. Und läuft damit direkt ins Nationalteam mit Ziel U20-Europameisterschaften 2019 in Schweden. Nils Huhtakangas überrascht einmal mehr Freund und Feind und kämpft sich durch Matsch und Schlamm zu Platz acht bei der Crossmeisterschaft. Die 3 x 1000 m-Staffel erläuft in der U23 Rang sieben, in der U20 Rang acht (Nils, Linus Vennemann und Timon Schöning). Rang neun (400 m Felix Hasselmann) und Rang 11 (800 m Timon Schöning) sind inzwischen Anlass für Enttäuschungen – zumal es jeweils die ersten Nicht-Finalplätze sind, wenige Zehntel am großen Ziel DM-Finale vorbei. Noch schlimmer erwischt es die 4 x 100 m-Staffel der U20: Nr. 5 in Deutschland, mit 42,05 sec ein unglaublicher Weser-Ems-Rekord – und dann im Finale ein Fehlstart. Geschenkt, nach einer solchen Saison kann man das verkraften. Und man hatte sich schon vorher getröstet: Mit Rang sechs über 4 x 200 m in der Halle.

Norddeutsche Meisterschaften – hier sparen wir Platz. Kein Titel. Nicht mangels Leistung – aber angesichts der Terminfülle verzichteten die Asse.



Niedersächsische Meisterschaft. Klar, die üblichen Verdächtigen aus diesem Artikel holten Titel auf Titel und wurden in anderem Zusammenhang alle schon genannt. Beeindruckend, wie die männliche Jugend U20 die Laufbahn und vor allem die Zielgerade in Oldenburg dominierte und über 400 m, 800 m, 1.500 m, 3.000 m und 4 x 100 m vorne lag. In der Halle hatte es in dieser Altersklasse schon Siege über 400 m und 4 x 200 m und damit ebenso den Landestitel wie über 4 x 400 m und mit der Cross-Mannschaft gegeben.



Bleiben noch zwei Dinge: Unsere Frauen/Mädchen wollten nicht nachstehen und erkämpften sich Startplatz und Rang 14 bei der U23-DM. Einen Sonderpreis verdient hat sich Andre Boye-Caignard. Als Ersatzmann war er in Halle, Nürnberg, Rostock, über 4 x 100 m, 4 x 200 m und 4 x 400 m dabei – und durfte immer nur zuschauen. Bei den Landesmeisterschaften dann nahm er sein Herz in beide Hände – und wurde gegen die teilweise vier Jahre ältere Konkurrenz Landesvizemeister. Im Hochsprung. Mit unglaublichen 1,88 m!

Es lohnt sich, nach den einleitenden Zitaten aus den Vorjahren am Beginn dieses Artikels auch das Ende aus 2017 zu zitieren:

„Es gibt Dinge, die man sich nicht vorstellen kann. Bis man beginnt, sie sich vorzustellen“, der Spruch von Hochsprung-Olympiasiegerin Heike Henkel behält seine Gültigkeit. Oder auch kurz: Believe you can – and you will.”

Heute, hier und jetzt, im Herbst 2018, lässt sich feststellen: Die Vorstellungswelt, die Phantasie unserer Leichtathleten war offensichtlich grenzenlos. Weiter so! Ende 2019 werden wir berichten, welche Vorstellungen 2019 Realität wurden. Auf geht’s!



Tags: Rückblick 2018 Leichtathletik Osnabrück

Ein Beitrag von:

LG Osnabrück

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