Unvergessliche DM in Erfurt

Andre Rohling: Unvergessliche Deutsche Meisterschaften in Erfurt!

Juli 2017. Deutsche Meisterschaften Erfurt. Schon die Hinfahrt ist unvergesslich. Mehr als sechs Stunden sind wir unterwegs. Dann stehen wir vor dem Steigerwald-Stadion – übrigens gerade von einer Osnabrücker Firma fast neu gebaut.

Nach einem kurzen Rundgang– leider dürfen wir nicht in den Innenraum – geht es zum Essen Erfurt ist heute fest in der Hand der Leichtathleten – am Nachbartisch sitzen der deutsche 1.500 m-Meister Marius Probst und Yasmin Kwado, vielfache deutsche Jugendmeisterin im Sprint..

Anschließend geht es ins Hotel. Schonjetzt kreisen unsere, kreisen meine Gedanken um den Vorlauf. Was können wir laufen? Wie stark sind die anderen Teams? Haben wir eine Finalchance? Oder geht’s Samstagabend wieder nach Hause?

Am nächsten Morgen ist  die Aufregung  beim Frühstück spürbar, mit den Händen greifbar. Alle reden  deutlich weniger als sonst. Als gestern Abend. Die Ruhe vor dem Sturm? In Gedanken sind wir bereits im Stadion, auf der Bahn, beim Vorlauf.

Zwei Stunden vor dem Start - endlich im Stadion. 22.000 Plätze. Die Beine werden schwerer,  die Aufregung größer. Wir bekommen die Startnummern, packen unsere neuen erima-Beutel mit den Spikes. Auf geht’s.  Noch 90 Minuten. Aufwärmen. Einlaufen. Noch 60 Minuten. Die Laufeinteilung ist da. Lauf zwei, Bahn acht. Die Außenbahn. Na und? Noch  35 Minuten. Melden am Aufrufzelt. Noch 30 Minuten. Nun geht’s in den Callroom. Vorher werden wir kontrolliert – Trikot, Spikes, Beutel, Rucksäcke. Handys, elektronische Geräte – sie würden uns abgenommen. Na ja, wir haben sie gleich draußen gelassen.. Noch 15 Minuten. Wir werden zum Stadionvorzelt geführt. Noch zehn Minuten.

Jetzt der große Moment. Durch ein Tor im Zielbereich geht es ins Stadion. Erstmals der Blick in die große Runde. Fast 10.000 Zuschauer. Eine unglaubliche Stimmung – schon beim ersten Vorlauf. Aufgeregt? Ja – aber gleichzeitig hochkonzentriert. Ich will laufen.

Da, der Startschuss. Adrian ist unterwegs. Neben ihm ein Teilnehmer an der U20-Europameisterschaft. Respekt – kennt Adrian nicht. Läuft einfach mit. Übergibt auf Finn. Ich muss auf die Bahn - und schon geht’s los. 200 m- 300 m – den da hole ich mir noch! Ja, geschafft. Und übergebe auf  Felix. Der bringt die Haupttribüne mit einer unglaublichen Zielgeraden zum Toben, wirft sich ins Ziel - sieben Hundertstelsekunden vor dem großen TV Wattenscheid. Zweiter Platz. Jahresbestzeit um acht Sekunden unterboten!  Gesamtsechste. Das heißt: F I N A L E ! Der Wahnsinn. Morgen werden wir wieder hier stehen.

Schon sind zwei Fotografen da, Wollen mich, wollen uns ablichten. Und dann ein Reporter. So muss es bei Olympia sein. Dann geht’s raus aus dem Stadion, zurück auf den Aufwärmplatz. Ausatmen. Durchatmen. Aufatmen. Unsere Trainingskollegen, die kurz zuvor die 3x1000m gelaufen sind, kommen dazu. Ja, es stimmt. Es ist kein Traum.  Wir sind im Finale. Wir sind stolz.

Das Finale

Das Stadion noch voller, die Anspannung noch größer, die Aufregung noch extremer. Das Finale. Die besten acht Teams Deutschlands. Vor 22.000 Zuschauern. Vorstellung am Start – auf der großen Videowand. Wir werden dem Publikum als Deutsche Vizemeister des Vorjahres präsentiert.

Wir werden  Achte. Leider ist bei Adrian eine Erkältung im Anflug – dienstags wird er mit Mittelohrentzündung im Bett liegen. Dennoch sind wir nur eine Sekunde langsamer als am Vortag. Nur einmal war eine LG-Staffel im Finale schneller. Wir werden wiederkommen. Nächstes Jahr. Alle dürfen 2018 noch mitlaufen – alle wollen dann um eine Medaille kämpfen.

Für mich waren es die ersten Deutschen Meisterschaften draußen. Ein unglaubliches Erlebnis. Zwei Tage, die ich nicht vergessen werde. Es hat viel Spaß gemacht mit meinen Trainingskollegen. Und unserem  Trainer Anton Siemer, ohne den das alles nicht möglich wäre! Ich freue mich jetzt schon auf die U18 Deutschen Meisterschaften Anfang August in Ulm.

Andre Rohling
Tags: Rückblick Andre Rohling Erfurt Finale

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