Meine erste Saison bei der LG Osnabrück

Jana Rohling erzählt

November 2017. Ich liege auf dem Sofa und zerbreche mir den Kopf. Soll ich den Verein wechseln? Ich trainiere Leichtathletik beim TV Georgsmarienhütte. Das Training macht mir Spaß. Aber ich bin immer die Älteste, muss Rücksicht auf die „Kleinen“ nehmen und – am Ende bin ich immer allein, weil die Jüngeren natürlich weniger trainieren dürfen, müssen und sollen.

Mein „großer“ Bruder Andre trainiert seit einem Jahr bei der LG Osnabrück. Ist nicht nur besser, sondern sogar Landesmeister geworden. Und hat an drei Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Das will ich auch. Davon träume ich!

Eigentlich ist damit alles klar. Ich wechsele zur LG Osnabrück, in die Nachbarstadt. Und bin plötzlich die „Jüngste“ beim Training. Jetzt muss/darf ich weniger machen als die anderen. Und werde trotzdem mehr gefordert und gefördert denn je.

Meine neuen Trainingskollegen/-innen und der Trainer nehmen mich herzlich auf. Am Anfang bin ich über den sportlichen Ehrgeiz aller überrascht. Aber schon nach wenigen Trainingseinheiten packt mich der gleiche Ehrgeiz.

Januar 2018. Landesmeisterschaften in Hannover. Vor meinem allerersten 400m - Start habe ich Respekt, bin nervös. Ich gehe (zu) schnell an, führe nach einer Runde, gehe ein, lasse mich am Ende überholen. Doch die Zeit überrascht nicht nur mich.



Deutsche Meisterschaften. Sie sind zu diesem Zeitpunkt gar kein Thema. Nicht in diesem Jahr. Aber dann starten wir im April überraschend mit einer U23-Staffel bei den Landesmeisterschaften über 4 x 400 m. Werden Zweite. 

Und irgendwann – spricht unser Trainer von der Deutschen Meisterschaft. Der U23. In Heilbronn. Wir müssen - nur noch -  die Quali laufen Als wenn das so einfach wäre. Er traut es uns zu. Und den Termin dafür hat er auch schon. Ganz schön mutig.

Und unser Trainer behält Recht. Wir unterbieten die Norm, sichern uns die Fahrkarte. Überschäumende Freude, Jubel. Ein Traum, mein Traum wird wahr. Nach nur sechs Monaten ernsthaftem Training.

Wenige Wochen später. Ich fahre mit der Staffel zur DM in Heilbronn. U23-Meisterschaften wohlgemerkt. Ich bin mit meinen 16 Jahren das Küken, darf bei den „Alten“ mitlaufen. Vom Bahnhof geht’s direkt ins Stadion. Die Atmosphäre ist atemberaubend! Man spürt förmlich die Anspannung im gesamten Team. Jeder will sein Bestes geben. Morgen gilt es. 4 x 400 m-Finale der weiblichen U23. Mit der LG Osnabrück, mit mir. Als Startläuferin.



Der nächste Tag vergeht wie im Fluge. Fabian wird Deutscher Meister – und wir immer nervöser. Umziehen, einlaufen, ab in den Callroom. Der ist voll – und alle sind nervös. Das Rennen – ich kann mich kaum erinnern. Es ging blitzschnell vorbei (Na ja, etwas schneller hätte es noch sein können). Aber: Bestzeit. Platz 14. Beste Niedersachsen. Dafür, dass wir drei Monate vorher nicht einmal mit einem Start geliebäugelt hatten, doch ganz ordentlich. Das war definitiv mein Saisonhöhepunkt.

Jetzt habe ich Blut geleckt. Will den 400 m-Einzelstart in der U 18. Laufe 400 m bei den Landesmeisterschaften. Bei den norddeutschen der U18. Und den norddeutschen der U20. Verrückt? Ja, mein Trainer hat es mir gesagt. Aber mir fehlen doch nur drei Zehntel. Am Ende bleibt es dabei. 0,26 sec oder umgerechnet 1,75 m fehlen. Es ist eine kleine Ernüchterung. Aber, Mann. im November habe ich nicht mal an Deutsche Meisterschaften gedacht. Habe erst da mit einem gezielten Training  begonnen.

Und jetzt? Mein Ehrgeiz ist gewachsen. Ist riesig. Ich will 2019 über 400 m bei den Deutschen Meisterschaften der U18 starten. Das ist mein nächstes großes Ziel! Achtung Ulm, Achtung Donaustadion – ich komme. 

Tags: Staffel Rückblick 400m 2018 Jana Rohling

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